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Stiftung Stadtmuseum Berlin Glassammlung [II 62/517 A]
Großer Deckelpokal, Wagen des Bacchus wird von zwei Amoretten gezogen (Stiftung Stadtmuseum Berlin CC BY-NC-SA)
Herkunft/Rechte: Stiftung Stadtmuseum Berlin / Stephan Klonk, Berlin (CC BY-NC-SA)
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Großer Deckelpokal mit lagernder Venus und Bacchantenzug

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Beschreibung

Pokal aus dickwandigem, besonders reinem, farblosem Glas mit dazugehörigem Deckel. Tellerfuß mit verwärmtem Saum und einem Spitzblattkranz in Hochschnitt. Massiver Schaft mit gedrücktem Baluster sowie Nodus mit eingestochener Luftblase zwischen Ringscheiben. Der Spitzblattdekor wiederholt sich am Ansatz der becherförmigen Kuppa mit umlaufender mattgeschnittener Darstellung eines Bacchantenzuges nach rechts auf einem Landschaftssockel. Die Linke erhoben und mit einem Rebenkorb im Schoß sitzt der weinbekrönte Weingott in einem von zwei Putten gezogenen Wagen. Ein weiterer Putto begleitet den Wagen, ein anderer spielt im Hintergrund die Hirtenflöte. Auf der gegenüberliegenden Seite lagert Venus unter einem an einem Baum mit zwei Tauben gespannten Zelt, rechts daneben ist der geflügelte Amor mit Pfeil und Bogen dargestellt. An Lippen- und Deckelrand korrespondierend geschliffener Steinchen- bzw. Perlfries. Der flach gewölbte Deckel mit weiterem Spitzblattfries am Übergang zum hoch aufgebauten Knauf sowie am unteren Nodus. Der Doppelknauf selbst hohl geblasen und mit zwei Ringscheiben gestaltet.
Der groß dimensionierte Deckelpokal gibt den im Barock vielfach aufgegriffenen Bacchus-Mythos wieder. Das Glas stammt aus der Sammlung List, Magdeburg, und wurde 1939 im Auktionshaus Hans W. Lange, Berlin, angekauft. In der Sammlung der Stiftung Stadtmuseum Berlin befindet sich ein Pendant aus gleicher Provenienz mit einem Bacchantenzug nach links (Inv. Nr. II 62/229 A). Beide Gläser stammen eindeutig von der gleichen Hand. Charakteristisch für den etwas statischen Dekorstil des Glasschneiders sind gerutschte Details und kleine polierte Kugelungen, die akzentuierend die mattierte Darstellung auflockern. Die Köpfe der dargestellten Figuren sind rundlich mit präzise ausgeführten Nasen- und Kinnpartien, plastisch geschnitten die Bereiche ihrer Brust, Knie und Hände. Ein anderes Vergleichsstück ist im Bestand des Regensburger Stadtmuseums (vgl. Brauser, Gläser 1977, Kat. 228, S. 110, siehe zudem Kat. 227) sowie in der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (Inv. Nr. 1022). Auch Robert Schmidt bildet einen Deckelpokal mit dem gleichen Sujet ab (Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, Taf. 30.1). Peter Hertel schlägt wegen der charakteristischen Terraingestaltung auf diesen Gläsern Johann Christian Bode als Urheber vor (Hertel, Potsdamer Gläser, 2018, S. 28). [Verena Wasmuth]

Material/Technik

Glas / in Hilfsmodel geblasen, geformt, geschliffen, geschnitten, poliert

Maße

Höhe: 46,5 cm; Durchmesser: 15,3 cm

Literatur

  • Günter Schade (1968): Deutsches Glas von den Anfängen bis zum Biedermeier. Leipzig, Kat. 61/62
  • Keisch, Christiane/Netzer, Susanne (Hg.) (2001): Herrliche Künste und Manufacturen. Fayance, Glas und Tapisserien aus der Frühzeit Brandenburg-Preußens 1680–1720. Berlin, Kat. 220, S. 275
Stiftung Stadtmuseum Berlin

Objekt aus: Stiftung Stadtmuseum Berlin

Die Stiftung Stadtmuseum Berlin (Landesmuseum für Kultur und Geschichte Berlins) betreibt in Berlin mehrere landeskundliche und historische Museen....

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