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Militärhistorisches Museum der Bundeswehr - Flugplatz Berlin-Gatow Luftfahrzeuge [AAAG9875-AAAG9899, AAAH0200-AAAH0237]

Schul- und Verbindungsflugzeug Messerschmitt Bf 108 B-2 "Taifun" (Luftfahrzeugkennung der Wehrmacht vtl. DH+DE)

Schul- und Verbindungsflugzeug Messerschmitt Bf 108 B-2 (Militärhistorisches Museum der Bundeswehr - Flugplatz Berlin-Gatow CC BY-NC-SA)
Provenance/Rights: Militärhistorisches Museum der Bundeswehr - Flugplatz Berlin-Gatow / Heldenmaier (CC BY-NC-SA)

Description

"Schon nach dem ersten Flug wußte ich, dass diese Maschine ihrer Zeit 20 Jahre voraus war. (...) Sie war aus Metall und konnte auch bei Langzeiteinsätzen in klimatisch ungünstigen Ländern nicht verrotten. Als Tiefdecker bot sie eine ausgezeichnete Sicht nach allen Seiten, und das Einziehfahrwerk war für den Piloten ein Geschenk. Ich konnte sie mit dem kleinen Finger fliegen." Elly Beinhorn (zitiert nach: Folkhard Oelwein/Flugrevue 11/1994, S.67.)

Die Bf-108 war ein unbewaffnetes, schnelles Verbindungsflugzeug, mit dem vor dem Zweiten Weltkrieg einige internationale Flugwettbewerbe gewonnen wurden (Erstflug einer Bf 108: 13. Juni 1934). Bis 1939 entwickelte es sich zu einem der wichtigsten Exportmodelle des Deutschen Reichs. Die Maschine gilt als kleiner Bruder der Bf-109, welche eines der zwei wichtigsten deutschen Jagdflugzeuge des Zweiten Weltkriegs war.

Die Bf-108 wurde als Ganzmetallflugzeug mit Einziehfahrwerk zum Vorbild für mehrere Generationen viersitziger Reiseflugzeuge. Die Fliegerin Elly Beinhorn unternahm im August 1935 mit einem Flugzeug dieses Typs ihren Afrikarundflug. Ab dann wurde die Bf 108 auch Taifun genannt.

Die Luftwaffe war der erste Auftraggeber für diese Maschine und setzte sie bereits während des Spanischen Bürgerkrieges in der Legion Condor als Kurier- und Verbindungsflugzeug ein. Neben den für die Luftwaffe produzierten Maschinen wurden während des Krieges auch alle zivil zugelassenen Bf 108 zur Verwendung durch die Wehrmacht eingezogen.

Insgesamt wurden bis 1945 ca 885 Maschinen dieses Typs gebaut. Die wichtigsten Produktionsorte waren die Messerschmitt-Werke in Augsburg (175 Maschinen, 1934-1938) und Regensburg (354 Maschinen, 1938-1942) sowie die SNCN-Werke in Les Mureaux (ca 356 Maschinen, 1942-1945). Nach der Befreiung Frankreichs wurde die Produktion fortgesetzt, allerdings sehr bald mit einem anderen Motor. Die französischen Nachkriegsbauten liefen unter der Bezeichnung Nord Pingouin (mit mehreren Versionen; einschließlich der Nachkriegsbauten dürften etwa 1182 Flugzeuge dieses Typs entstanden sein.)

An dem vorliegenden Exponat lässt sich nur schwer die alte Flugzeugkennung DH+DE erahnen. Sofern sie stimmt, gehörte das Flugzeug zur Jagdfliegerschule 3 in Stolp-Reitz (heute Słupsk-Redzikowo an der westpolnischen Ostseeküste). Die Kennung könnte aber auch z.B. DA+DE, DR+DE oder DH+BE heißen. Ohne einen Hinweis auf die Werknummer des Flugzeugs ist eine eindeutige Zuordnung nicht möglich.

Die Maschine ist während des Zweiten Weltkriegs über Rügen abgestürzt, ihr Wrack wurde 2009 durch das Restaurierungsteam unseres Museums aus dem Jasmunder Bodden geborgen.
Augenzeugen zu ihrem Absturz gibt es nicht, aber man erkennt Einschusslöcher am Rumpf und die Propellerspitzen sind abgeschlagen. Er muss sich also bei der Wasserberührung noch gedreht haben; anscheinend hat der Pilot eine Notwasserung versucht. Hat er es auch geschafft, auszusteigen? Es wurden keine menschlichen Überreste bei dem ansonsten gut erhaltenen Wrack gefunden.

Von Oktober 2013 bis April 2014 wird die Maschine in einer Sonderausstellung des MHM Gatow und des ungarischen Hadtörténeti Múzeum in Budapest gezeigt. Anschließend wandert sie mit der Ausstellung zurück nach Gatow.

Material / Technique

Ganzmetallkonstruktion mit Einziehfahrwerk

Measurements ...

Maße des intakten Flugzeugs: Spannweite 10,6m, Länge 8,3m, Höhe (über Sporn) 2,1m, Spurweite 1,5m

Part of ...

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[Last update: 2015/04/23]

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