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Industriesalon Schöneweide VEB Kassenblock

Collection: VEB Kassenblock ( Industriesalon Schöneweide )

About the collection

In der Sammlung VEB Kassenblock finden sich Dokumente, Druckmuster und Fotos aus der Druckerei, die sich von 1911 bis 1996 in der Fuststraße in Berlin-Oberschöneweide befunden hatte. Fast alle Sammlungsobjekte stammen aus der Sammlung Klaus Seiffert, der sie 2019 dem Industriesalon Schöneweide geschenkt hat.
Am 5. Januar 1898 war die „Paragon Kassenblock Compagnie mbH“ als Tochterfirma der Londoner Lamson Paragon Supply Comp. Ltd. in Berlin-Mittegegründet worden. Wichtigstes Produkt der Druckerei waren die Paragon-Plic-Kassendurchschreibebücher mit Kohlepapier.
1911 expandierte die Druckerei und begann den Bau eines eigenen Druckereigebäudes in der Fuststraße in Oberschöneweide mit Raum für bis zu 400 Mitarbeitern. Das unternehmen bestand auch weiter in der Weimarer Republik und im III. Reich.
Da relativ unzerstört, nahm sie gleich nach Kriegsende im Mai 1945 im Auftrag der Roten Armee ihre Tätigkeit wieder auf, als erstes werden hauptsächlich Lebensmittelmarken gedruckt. Die Rote Armee liefert dafür das Papier.
Im Herbst 1945 übernahm der der Bezirk Köpenick die Treuhandverwaltung für Paragon, im Juni 1948 erfolgte die Enteignung, die Druckerei wurde zunächst der (Ost-) Berliner Druckhaus GmbH als „Betrieb Nr. 9“ angegliedert.
Von 1948 bis 1952 wurden mehrere andere Spezialdruckereien wie Bireka (Kinokarten) und WAM Osterhof (Siegelmarken und Etiketten) in Staaken, Ebifa (Theaterkarten) in Eberswalde, und Spitze (Theaterkarten) in Berlin dem Betrieb Nr. 9 verwaltungsmäßig unterstellt. 1952 kam noch der VEB Wert- und Fahrscheindruck (Fahrkarten) dazu. Bis auf den VEB Wert- und Fahrscheindruck wurden alle anderen Druckereien aufgelöst und ein Teil der Maschinen nach Oberschöneweide umgesetzt.
Die erweiterte Produktpalette umfasste alle Fahrscheine für die DDR, Kinokarten, Theaterkarten, Verwaltungsformulare, Brief- und Rechnungspapier mit Kopfzeilen, Rechnungssätze mit Durchschlagbögen, Lotto- und toto-Schein, Garderoben-, Essens-, Lebensmittelmarken, Eintrittskarten, Kassenblöcke für Konsum und HO.
Zum 1.1.1951 wurde die Druckerei in VEB Kassenblock-, Formular- und Billetdruck umbenannt.
1970 beschossen staatliche Behörden, das Druckereiwesen umzustrukturieren. Der VEB Kassenblock wurde der Zentrag unterstellt. Alle Produktionszweige der Druckerei wurden zwischen 1971-1975 an andere Druckereien abgegeben und die Druckerei konzentrierte sich auf den Druck von Endlosformularen für die EDV in staatl. Verwaltungsbehörden. Dafür wurden sowohl Anfang der 1970er Jahre als auch noch einmal in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre Gebäude umgebaut und neue Maschinen angeschafft.
1972 kam es zur Umbenennung in „Vordruck-Leitverlag Berlin“.
Nach der Wende 1989 verkaufte die Treuhand die Druckerei an einen Unternehmer aus Bayern. Im Oktober 1996 kam es zur Verlegung der Druckerei und Aufgabe des alten Paragon-Geländes.
1999 kaufte die Variograph Gmbh aus Elsterwerda den Betrieb, 2019 kam dann die endgültige Schließung des Berliner Betriebs.
Nach dem Auszug der Druckerei standen die Druckereigebäude in der Fuststraße leer und wurden 2007 abgerissen.

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