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FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museum Jürgen Henschel, Negative (1959-1991)

Collection: Jürgen Henschel, Negative (1959-1991) ( FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museum )

About the collection

Jürgen Henschel (1923-2012) wurde in Berlin geboren und kaufte sich mit 13 seine erste Kamera. Während des Zweiten Weltkriegs wurde er zur Wehrmacht eingezogen und geriet 1945 in sowjetische Gefangenschaft, aus der er als überzeugter Kommunist und Kriegsgegner erst im Dezember 1949 nach Berlin heimkehrte. Er beteiligte sich in West-Berlin an vielen linken Protestaktionen und kam wiederholt für einige Tage ins Gefängnis. Seine Leidenschaft für Fotografie machte er 1967 zum Beruf als Pressefotograf für die Tageszeitung „Die Wahrheit“ der Sozialistischen Einheitspartei Westberlins (SEW) – damals wohl das umstrittenste Presseerzeugnis der Halbstadt.

Henschel nahm insgesamt ca. 200.000 Bilder zwischen etwa 1959 und 1991 auf. Noch zu seiner Lebenszeit überließ er einen großen Teil seiner Negative aus Kreuzberg dem FHXB Museum. Anfang 2017 machte seine Witwe, Margit Henschel, weitere Bilder aus ganz West-Berlin dem Museumsarchiv zugänglich. Aus diesem Bestand hat das FHXB Museum über 25.000 Bilder und ihre Metadaten erfasst und digitalisiert.

Henschel war ein politischer Fotograf, jemand, der mit seinen Aufnahmen Stellung bezog. Er dokumentierte große und kleinere Ereignisse der Halbstadt: Bürgerproteste und -bewegungen, Kunst und Kultur, außerparlamentarische Opposition, politische Aktivitäten, Gedenkveranstaltungen sowie die Arbeitswelt und den Alltag der „einfachen Leute“. Mal als Kulisse, mal im Vordergrund steht die Stadtveränderung – durch Zerfall, Neubau oder Instandbesetzung.

Die 25.000 Negative befinden sich in mehreren Ordnern mit abheftbaren Negativhüllen, chronologisch sortiert und von Jürgen Henschel persönlich mit dem Datum und Gegenstand der Aufnahme vermerkt. Er hat seine Bildserien auch mit einzelnen Signaturen versehen, die das FHXB Museum im Rahmen der Digitalisierung übernommen hat.

Umfang der Fotoreihen definierte Jürgen Henschel selbst. Die meisten entstand an jeweils einem Tag, in der Regel als Auftragsarbeit für Artikel der „Wahrheit“ mit kleineren „Abstechern“ in die Seitenstraßen und Geschäfte links und rechts. Diese Struktur wurde nicht geändert. Einige Begriffe oder Anmerkungen in den Beschreibungen der Fotos sind mit dem Zusatz „Wortlaut Jürgen Henschel“ gekennzeichnet, um die authentische Perspektive des Fotografen nicht zu verfälschen. Aus persönlichkeitsrechtlichen Gründen können einige Abbildungen nicht online gezeigt werden.

This collection is part of

Fotosammlungen [4405]

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